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Entlassung aus dem Krankenhaus: Kliniken müssen Hilfe organisieren


Hinter den Begriffen Entlassmanagement / Pflege- oder Überleitungsmanagement verbirgt sich eine wichtige Unterstützungsleistung, die - seit 2016 Teil des geltenden Versorgungsstärkegesetzes - nun gesetzlich vorgeschrieben ist.
Braucht ein Patient nach der Entlassung aus dem Krankenhaus Hilfe, muss die Klinik diese künftig organisieren.
Sie ist ab Oktober 2017 verpflichtet, rechtzeitig für eine lückenlose Anschlussversorgung zu sorgen:

• Medizinische Weiterbehandlung durch Haus – oder Fachärzte,
• Pflege durch Pflegedienste etwa zur Wundversorgung oder Grundpflege, bei
   anhaltender Pflegebedürftigkeit aber auch bei fehlender Pflegebedürftigkeit
• die Überleitung in ein Pflegeheim / eine Kurzzeitpflege,
• Alltagshilfen, die sich um die hauswirtschaftliche Versorgung kümmern,
• eine ambulante Reha, wie Krankengymnastik oder Anschlussheilbehandlung

Ebenso dazu gehören
• das Versorgen mit erforderlichen Medikamenten und/oder Rezepten für mind. die ersten 3 Tage,

• das Vermitteln von Kontakten zu Ärzten, Therapeuten, Pflegediensten, Heimen, WGs oder
   Selbsthilfegruppen sowie

• das Beantragen von Leistungen bei den Kostenträgern

• ggf. Bestellung von Hilfsmitteln beim wohnartnahen Sanitätshaus (das dann
   wiederum die Kostenübernahme mit der zuständigen Kasse regelt) und
• Schulungen im Gebrauch des Hilfsmittels.

Für viele Patienten ist dies eine wichtige Hilfe, die aber nicht in Anspruch genommen werden muss.
Einzige Ausnahme: Hat der Patient eine Demenz, muss - gibt es keinen Vorsorgebevollmächtigten - das Betreuungsgericht eingeschaltet und ein rechtlicher Betreuer bestimmt werden, der für ihn entscheidet.

Die Planung der Anschlussversorgung regelt jedes Krankenhaus etwas anders. Mal sind es Pflegekräfte, andernorts kümmert sich einen Sozialdienst um die Entlassung. Wichtig ist das Entlassungsgespräch mit dem Arzt.
In jedem Fall werden Angehörige intensiv eingebunden, denn hier gibt es oft hilfreiche, wichtige Informationen, die bei der Planung helfen:

• Wer übernimmt die Einkäufe?
• Wer sorgt für das Essen?
• Soll ein Pflegedienst Körperpflege oder weitere Hilfe (z.B. beim Anziehen) übernehmen?
• Muss die Wohnung barrierefrei umgebaut werden?
• Kann/will/wird der Erkrankte überhaupt weiter zu Hause wohnen?

Für offene Fragen bieten mittlerweile viele Krankenhäuser Pflegekurse an, denn im Klinikalltag fehlt dafür die Zeit.

Pflichten des Patienten:
Einlösung von Rezepten in der Apotheke innerhalb der nächsten 3 Werktage
Beginn einer Therapie (Heilmittelverordnung, z.B. für Physiotherapie) innerhalb von 7 Tagen.

Krankenfahrten


Für pflegebedürftige Menschen können relativ häufig Fahrten zu einem Facharzt, zum Zahnarzt oder in eine Fachklinik usw. anfallen.
Diese Fahrten können nicht immer von pflegenden Angehörigen übernehmen und es muss ein Taxi oder Krankentransport in Anspruch genommen werden.
Die Kosten hierfür übernimmt u.U. die Krankenkasse, allerdings NUR nach Rücksprache und aufgrund einer ärztlichen Verordnung, die besagt, dass der Besuch beim Facharzt oder im Krankenhaus notwendig ist. Diese Verordnung (ähnlich einem Rezept) muss dem Fahrer vorgelegt werden
Klären Sie die Modalitäten also frühzeitig (BEVOR Sie die Fahrt antreten) mit der zuständigen Krankenkasse, um letztendlich nicht auf den Kosten sitzen zu bleiben.

Krankenfahrten zur ambulanten Behandlung: Stand 2017
Für Patienten ab dem Pflegegrad 3 können Krankenfahrten zur ambulanten Behandlung verordnet und genehmigt werden. Dabei gilt: Aus der Einstufung in den Pflegegrad 3 selbst, ergibt sich noch keine dauerhafte Mobilitätsbeeinträchtigungen. Sie muss zusätzlich ärztlich festgestellt und bescheinigt werden.
Für Versicherte, die bis zum 31.12.2016 aufgrund der Einstufung in die Pflegestufe 2 einen Anspruch auf Fahrtkostenübernahme hatten, besteht Bestandsschutz. Solange diese Patienten mindestens in den Pflegegrad 3 eingestuft sind, bedarf es für sie keiner gesonderten Feststellung einer dauerhaften Mobilitätsbeeinträchtigungen.

Unterschied Krankenfahrt, Krankentransport und Rettungsfahrt:
die drei Beförderungsmöglichkeiten unterscheiden sich vor allem in ihrer medizinischen Notwendigkeit und hinsichtlich der Kostenübernahme durch die Krankenkasse.
Eine Krankenfahrt kann mit jedem Verkehrsmittel durchgeführt werden. Einen Krankentransport muss dagegen qualifziertes, nichtärztliches Personal begleiten. Dabei ist der Krankentransportwagen selbst mit spezieller technische Einrichtung ausgestattet. Beide Varianten müssen im Voraus von der Krankenkasse genehmigt werden, damit diese die Kosten trägt.
Die Rettungsfahrt in der Rettung eines Menschenlebens und wird benötigt, wenn der Zustand des Patienten qualifizierte, medizinische und technische Versorgung bedarf.

Stromkosten und Reparatur von Hilfsmitteln


Per Gesetz sind die Krankenkassen dazu verpflichtet, die Stromkosten für sämtliche verordneten elektrischen technischen Hilfsmittel zu übernehmen (z.B. Geräte für Heimbeatmung, Elektrorollstühle und -Mobile, Hausnotrufsysteme, Lifter, Monitore, Wechseldruckmatrazen u.v.m.). Je mehr Geräte in der häuslichen Pflege benötigt werden, umso höher ist der Stromverbrauch.  
Die wenigsten Krankenkassen klären ihre Patienten jedoch darüber auf, welche Ansprüche sie haben. Fazit: Die meisten Pflegebedürftigen bezahlen den erhöhten Strombedarf unnötigerweise selbst.

Bereits im Februar 1997 entschied der 3. Senat des Bundessozialgerichtes, dass der Anspruch auf Versorgung mit einem Hilfsmittel auch die Versorgung mit der zum Betrieb des Hilfsmittels erforderlichen Energie umfasst. Somit müssen die Krankenkassen nicht nur die Anschaffung und die Wartung von Hilfsmitteln bezahlen, sondern auch den Strom, der zum Betreiben dieser Hilfsmittel notwendig ist - es muss sich allerdings um ein vom Arzt verordnetes Hilfsmittel handeln, dass die Kasse bezahlt hat. Wer sich ein Elektromobil auf eigene Rechnung gekauft hat, kann auch keine Stromkosten geltend machen.

Leider gibt es für die Kostenerstattung von Kasse zu Kasse unterschiedliche Regelungen - die einen verwenden ein eigenes Formular, bei anderen reicht ein formloser Antrag. Eine Kasse bezahlt eine Pauschale, die andere rechnet nach Verbrauch ab. Erkundigen Sie sich also bei der zuständigen Krankenkasse, wie die dortigen Regelungen sind.

Das Bundessozialgericht hat am 25.01.2017 in zwei Fällen entschieden, dass der in § 40 SGB XI vorgesehene Zuschuss (zurzeit je Maßnahme bis zu 4.000 Euro) nicht nur die Kosten der Anschaffung und erstmalige Installierung des technischen Hilfsmittels, sondern auch alle notwendigen Folgekosten, die im Zusammenhang mit der Sicherung und der Wiederherstellung der Funktionsfähigkeit entstehen können, betrifft. Wartungs- und Reparaturkosten sind also grundsätzlich auch zuschussfähig.

ABER: Solche Kosten können nur dann zu einer weiteren Zahlung der Pflegekasse führen, wenn der Höchstbetrag des Zuschusses noch nicht voll ausgeschöpft worden ist. (Aktenzeichen B 3 P 4/16 R und B 3 P 2/15 R).

Im Rahmen ihres Ermessens hat die Pflegekasse über einen entsprechenden ergänzenden Zuschussantrag zu entscheiden, wobei sie z.B. Bagatellbeträge von der Bezuschussung generell ausschließen kann.
Sofern der Höchstzuschuss für die Maßnahme ausgeschöpft ist, können weitere Kosten nicht mehr übernommen werden.

Beispiel (2017):  
Zuschuss durch die Pflegekasse für die Anschaffung: 3.500 Euro (zunächst sind noch keine höheren Kosten angefallen)
Der Restbetrag von 500 Euro steht grundsätzlich noch für Wartungs- und Reparaturkosten zur Verfügung.

Der Medikationsplan


20 Millionen Patienten haben Anspruch
Mit dem gesetzlichen Anspruch auf einen Medikationsplan ist ab Oktober 2016 eine wichtige Forderung in Richtung Patientensicherheit erfüllt, da er sämtliche Informationen über Art und Anwendung aller Medikamente enthält.

Wer hat Anspruch auf einen Medikationsplan?
Laut dem E-Health-Gesetz vom 1.10.2016 haben alle gesetzlich Krankenversicherten, denen mehr als 3 Arzneimittel verordnet wurden, einen Anspruch. Das sind nahezu 20 Millionen Versicherte - vor allem über 65-Jährige sind betroffen. Bei den über 75-Jährigen werden es sogar mehr als drei Viertel aller Versicherten sein.
Der Grund dafür liegt auf der Hand: Bei den über 75-Jährigen Arzneimittelpatienten werden im Medikationsplan durchschnittlich fünf verschiedene vom Arzt verordnete Wirkstoffe bzw. Wirkstoffkombinationen gelistet sein.

Was wird im Medikationsplan verzeichnet und aufgeführt?
Verzeichnet werden alle verordneten und frei gekauften Medikamente.
Aufgeführt werden: Wirkstoff, Handelsname, Stärke, Darreichungsform (Bsp. Tablette oder Tropfen), Dosierhinweise (Uhrzeit, Menge, Hinweise wie: vor- oder nach dem Essen, zeitliche Begrenzung), sonstige Anwendungen und Anwendungsgrund (einfache Erklärung der Beschwerden), sowie im Einzelfall auch früher eingenommene Medikamente.

Patientenhistorie oft Mangelware
"Von Ärzten hören wir immer wieder, dass die Arzneimitteltherapie gerade bei multimorbiden Patienten in der Praxis häufig auch dadurch beeinträchtigt wird, dass deren Gesamtmedikation nicht oder nur unzulänglich bekannt ist", erläutert Schröder (stellvertretender Geschäftsführer von WIdO). "Dann wird es nicht nur für die Patienten selbst, sondern auch für Ärzte und Apotheker schwierig, den Überblick zu behalten."

Der Medikationsplan wird den Patienten zunächst ausschließlich in Papierform ausgehändigt, ab 2018 soll er auch elektronisch von der Gesundheitskarte abrufbar sein.

Hausarzt erster Ansprechpartner
In der Regel wird der Medikationsplan vom Hausarzt erstellt. Nimmt ein Versicherter keinen Hausarzt in Anspruch, kann diese Aufgabe auch ein Facharzt übernehmen. Sobald es eine Änderung bei der Medikation gibt, muss der Medikationsplan aktualisiert werden. Diese können neben dem Hausarzt auch Fachärzte oder Krankenhäuser sowie Apotheken vornehmen.
So kann sich der Patient beim Arzt, Apotheker wie auch bei der Stiftung Warentest über die Bewertung und eventuell bekannten Wechselwirkungen seiner Arzneimittel informieren.

Wichtig: - Der Medikationsplan ist kein Ersatz für eine Dokumentation in der Patienakte

Quelle: Ärzte Zeitung, 06.06.2016 von Taina Ebert-Rall

Vor- und Nachteile des Medikationsplans


Vorteile:

• Ärzte, Patienten und ggf. Angehörige haben alle Infos auf einen Blick und Falschinformationen gegenüber weiteren Personen (z.B. Notaufnahme) werden vermieden.
• Da eine Diagnose vermerkt ist, kann selbst geprüft werden, ob ein Medikament in Absprache mit dem Arzt ggf. abgesetzt werden kann.
• Da jeder Wirkstoff genannt wird, können Doppelmedikationen vermieden werden, die aus dem bloßen Namen des Medikaments für Laien nicht ersichtlichen wären. Ebenso können Wechselwirkungen besser ausgechlossen werden.

Nachteile:
• Bisher liegt der Plan nur in Papierform vor, d.h. es muss immer daran gedacht werden, diesen bei einem Arztbesuch bei sich zu haben
• Wenn der Plan nicht ständig aktualisiert wird, wird er nutzlos

Das neue Heil- und Hilfsmittelversorgungsgesetz


Gesetz zur Stärkung der Heil- und Hilfsmittelversorgung (Heil- und Hilfsmittelversorgungsgesetz – HHVG)

Verbindliche Qualitätsstandards!

Die Qualität der von den Kassen bezahlten Hilfsmittel ist nicht immer die beste. Das soll sich ändern.

BERLIN. Am 31.8.2016 hat das Bundeskabinett den Entwurf des Heil- und Hilfsmittelversorgungsgesetzes (HHVG) beschlossen. Dieses zielt unter anderem auf eine Qualitätssteigerung bei Hilfsmitteln wie Windeln, Hörgeräten oder Rollstühlen ab. Der GKV-Spitzenverband wird dazu verpflichtet, bis 31. Dezember 2018 das Hilfsmittelverzeichnis grundlegend zu aktualisieren.
Die Regelungen des HHVG sollen überwiegend im März 2017 in Kraft treten. 
Patienten sollen bei der Versorgung mit Hilfsmitteln wie Windeln oder Rollstühlen besser über die jeweiligen Angebote der Hersteller informiert werden, denn häufig zwang die schlechte Qualität Patienten zu Zuzahlungen, um bessere Hilfsmittel zu bekommen
Das Hilfsmittelverzeichnis ist seit 23 Jahren nicht mehr überarbeitet worden! Somit verwundert es nicht, dass die Versorgung von Patienten mit Heil- und Hilfsmitteln immer wieder in der Kritik steht. Patienten bemängeln häufig schlechte Billigprodukte - die Kassen klagen über steigende Kosten. Dass also in der Versorgung wieder einmal einiges mächtig schief läuft, weiß auch Karl-Josef Laumann (CDU), Patientenbeauftragter der Bundesregierung. Er hat nun den Gesetzentwurf zur Stärkung der Heil- und Hilfsmittelversorgung vorgelegt, um die zum Teil desaströsen Zustände beseitigen.
Gröhes Referentenentwurf sieht u.a. die modellhafte Einführung einer Blankoverordnung von Heilmitteln vor. Physiotherapeuten und andere Heilmittelerbringer sollen dabei - auf Basis einer ärztlichen Diagnose - das Heilmittel selbst auswählen und auch über Therapiedauer und Behandlungshäufigkeit bestimmen. (dpa)

Inkontinenzprodukte
Das "Hilfsmittel-Gesetz" soll auch helfen, die teils desaströsen Zustände bei der Versorgung von Inkontinenz-Patienten abzustellen…mehr

Quellen: hcm-magazin, Ivonne Rammoser, Newsletter 09/2016 und Ärzte Zeitung 11.8.2016

Hilfsmittel beantragen - Neuerungen 2016 durch das PSG II


Im Rahmen der Begutachtung für die feststellung eines Pflegegrads werden zukünftig Hilfsmittel (z.B. Geh,- Bade- und Lagerungshilfen, Pflegehilfsmittel) direkt empfohlen. Stimmt der Pflegebedürftige zu, gilt diese Empfehlung sogleich als Antrag bei der Pflegekasse. Die Entscheidung über die Pflegegrad und die Bewilligung von Hilfsmitteln erfolgen damit zukünftig gemeinsam.
Hilfsmittel, die mit einer Erkrankung in Verbindung stehen, müssen auch zukünftig gesondert beantragt werden (z.B. Hörgeräte).
Unverändert bleibt der Höchstbetrag für die Erstattung von zum Verbrauch bestimmten Hilfsmitteln von 40 EUR/Monat.

Urteil: Heime dürfen Preise nur nach Zustimmung erhöhen


Der Gesetzgeber wollte die Rechte von Pflegeheimbewohnern mit dem "Wohn- und Betreuungsvertragsgesetz" von 2009 stärken. In diesem Sinne hat der Bundesgerichtshof jetzt in Sachen Preiserhöhung zur Klärung beigetragen.

Selbst wenn sich beispielsweise die Betriebskosten eines Pflegeheimes ändern,  dürfen Pflegeheimbetreiber ihre Preise nicht eigenmächtig erhöhen. Es ist immer eine Zustimmung des Bewohners erforderlich.
Die Klausel, Heimentgelte einseitig angemessen anheben zu können, wenn sich "die bisherige Berechnungsgrundlage verändert“, verstößt gegen das 2009 speziell für Pflegeheime und andere Betreuungseinrichtungen geschaffene "Wohn- und Betreuungsvertragsgesetz (WBVG)", urteilte nun der Bundesgerichtshof.

Da Verbraucher durch solch eine Regelung unangemessen benachteiligt werden, erfordert nunmehr jede Entgelterhöhung die Zustimmung des Heimbewohners.

Der Heimbewohner muss die Erhöhung immer prüfen können. Wenn er die Zustimmung nicht erteilt, müsse der Heimträger sie notfalls einklagen.
Nach den gesetzlichen Vorgaben sei eine einseitige Preisanpassung nur bei einer Änderung der Pflegestufe zulässig. Az.: III ZR 279/15
Lesen Sie mehr dazu

 

 

Elternunterhalt / Bayern


In Bayern sollen die die Kinder bei der Pflege der Eltern finanziell entlastet werden
Bayern will Kinder mit einem Jahreseinkommen von unter 100.000 Euro von der Unterhaltspflicht für pflegebedürftige Eltern freistellen. Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) kündigte eine entsprechende Bundesratsinitiative an.

"Mehr Sicherheit für die Angehörigen von Pflegebedürftigen vor finanzieller Überforderung", möchte Huml. "Unter diesem Betrag sollen Kinder keinen Rückgriff des Sozialhilfeträgers zu befürchten haben, wenn ihre Eltern pflegebedürftig werden und die Kosten für die Hilfe nicht selbst tragen können", erklärte sie.

Bei Leistungen der sogenannten Grundsicherung im Alter gelte diese Grenze schon jetzt. Bislang sind Kinder verpflichtet, unter Umständen für ihre pflegebedürftigen Eltern zu bezahlen, wenn deren Einkommen oder Vermögen nicht ausreichen. Die Anforderungen dafür sind aber schon jetzt relativ hoch. (dpa)

Quelle: Ärzte Zeitung vom 11.8.2016

Patientenverfügung - neue, genauere Formulierungen nötig

 

Allgemeinen Formulierungen wie "menschwürdig sterben" oder "keine lebensverlängernden Maßnahmen" sind zu unbestimmt formuliert und genügen nicht als Handlungsanweisung für den behandelnden Arzt, entschied der BGH am 6.7.16 (XII ZB 61/16).
Auch weiterhin müssen Sie die eigene Biografie als Patient nicht vorausahnen oder künftige Fortschritte in der Medizin vorwegnehmend berücksichtigen,
aber wollen Sie festlegen, dass man sie in bestimmten Situationen sterben lässt, müssen Sie möglichst genau festlegen, was Ärzte in bestimmten Lebens- und Behandlungssituationen tun oder unterlassen sollen. Es ist ausreichend, Behandlungssituationen umschreibend festzulegen*, in denen die Verfügung gelten soll. Gleichzeitig sind aber die ärztlichen Maßnahmen genau zu bezeichnen, in die Sie einwilligen oder die Sie untersagen, etwa durch Angaben zur Schmerz- und Symptombehandlung, künstlichen Ernährung und Flüssigkeitszufuhr, Wiederbelebung, künstlichen Beatmung, Antibiotikagabe oder Dialyse.
Eine Patientenverfügung ist demnach nicht einfach. Sie sollten dazu in jedem Fall einen Arzt befragen. Konkrete Formulierungsvorschläge und zahlreiche wichtige Informationen zur Patientenverfügung finden Sie in der Broschüre Patientenverfügung vom Bundesministerium der Justiz und für den Verbraucherschutz.

* Die Formulierung: lebensverlängernde Maßnahmen sollen für den Fall unterbleiben, dass keine Aussicht mehr auf die Wiedererlangung des Bewusstseins besteht, ist bspw. eine konkrete Behandlungsituation und -anweisung, in der keine weiteren lebensverlängernden Maßnahmen mehr gewünscht sind. Aus der Zusatzbestimmung in der Patientenverfügung, die Behandlung und Pflege solle in diesem Fall nur noch auf die Linderung von Schmerzen, Unruhe und Angst gerichtet sein, kann der Wille gefolgert werden, in dieser besonderen gesundheitlichen Situation in den Abbruch anderer Maßnahmen einzuwilligen.

 

Hier auch einige Hinweise aus der aktuellen Literatur, die zu kennen, Entscheidungen oder Formulierungen erleichtern können:


Künstliche Ernährung am Lebensende - Sinnvoll oder nicht?
Viele Ärzte fühlen sich unsicher, wenn sie in der letzten Lebensphase eines Patienten entscheiden müssen: Künstliche Ernährung - Ja oder Nein? Eine Leitlinie empfielt eine PEG auch in der Terminalphase sterbender oder demenzkranker Patienten - ein Palliativmediziner sieht das allerdings kritisch...mehr


Stents - gefährlicher Einbau im Gehirn

Hochrangige Untersuchungen belegen Risiken und unabhängige Medizin-TÜVs bestätigen die Gefahr. Trotzdem werden weiterhin Stents eingebaut.
Etliche Studien haben Risiken gezeigt. Dennoch bekommen Patienten weiterhin Gefäßstützen ins Gehirn implantiert. Triumphiert Lobbyismus über den Patientenschutz?…Im Vergleich zur medikamentösen Behandlung erhöht das sogenannte intrakranielle Stenting das Risiko für einen erneuten Schlaganfall und vorzeitigen Tod deutlich. Statt Patienten zu helfen, führt die Aufweitung der Blutgefäße im Gehirn und die Einlage eines Drahtgeflechts zu Schäden. Werner Bartens, SZ vom 9.9.2016 Lesen Sie hier mehr...

  

 Alltagstip vom Pflegeexperten:

 Bedenken Sie ggf. einen Passus zu diesem Thema in Ihre Patientenverfügung
 aufzunehmen.

 

Reha vor Pflege

 


Das PSG II stärkt den Grundsatz Reha vor Pflege. Durch Rehabilitationsleistungen kann der Eintritt von Pflegebedürftigkeit verhindert oder hinausgezögert werden. Deshalb wird ein neues, verbessertes, bundesweit einheitliches Empfehlungsverfahren eingeführt.


Auch für ältere und pflegebedürftige Menschen besteht die Möglichkeit, ihre Fähigkeiten und Fertigkeiten zu erhalten, zu beleben, wiederherzustellen und zu verbessern – mit dem Ziel Pflegebedürftigkeit möglichst zu vermeiden, ihren Eintritt zu verzögern und Verschlimmerungen zu verhindern, damit die Betroffenen besser am Leben in der Gesellschaft teilnehmen können.
Es besteht der Grundsatz: Prävention / Rehabilitation vor Pflege.
Die Rehabilitation bereits Pflegebedürftiger kommt derzeit häufig noch zu kurz, was sich nun ändern soll:
Das neue Begutachtungsverfahren schaut nicht nur auf Pflegebedürftigkeit, sondern soll auch die Möglichkeiten des Erhalts und der Wiedergewinnung von Selbständigkeit erkennen.
Medizinischer Dienst (MDK) sowie Pflege- und Krankenkassen müssen zielgerichtet und gemeinsam auf einen positiven Rehaverlauf bei den Pflegebedürftigen hinarbeiten.
Die Antragsteller sollen auf den Hausbesuch vorbereitet werden, indem ihnen vorab vom MDK bereits wichtige Hinweise zur Vorbereitung übermittelt werden. Sie können sich damit auf Fragestellungen zur Rehabilitation vorbereiten und ggf. erforderliche Unterlagen bereithalten. Und die Gutachter erhalten in Zukunft für alle Kassen einheitliche Vorgaben, um eine umfassende und detaillierte Klärung des Rehabilitations-Bedarfes vornehmen zu können, der bei allen Kassen gleich erfasst wird. Die von Gutachtern empfohlenen Reha-Maßnahmen werden umgesetzt, sofern die begutachtete Person zustimmt.

Gesetz zur Verbesserung der Hospiz- und Palliativversorgung (HPG)


Das HPG - am 5.11.15 vom Bundestag beschlossen - fördert den flächendeckenden Ausbau der Hospiz- und Palliativversorgung und stärkt sie überall dort, wo Menschen ihre letzte Lebensphase verbringen: im häuslichen Umfeld, im Hospiz, im Pflegeheim und im Krankenhaus. Zugleich werden Information und Beratung verbessert, damit die Hilfsangebote besser bekannt werden...zum Gesetz


Was ändert sich?

  • Die Palliativversorgung wird Regelversorgung der gesetzlichen Krankenversicherung.
  • Sterbebegleitung wird zum Versorgungsauftrag der Pflegeversicherung

    Die ambulante Palliativversorgung wird gestärkt indem:
  • Haus- und Fachärzte zusätzlich vergütete Leistungen für Versorgung, Qualifizierung und Vernetzung erhalten
  • Häusliche Krankenpflege für Pflegedienste abrechenbar wird
  • SAPV in ländlichen Regionen ausgebaut wird
  • Palliativstationen in Krankenhäusern mit Zusatzentgelten gefördert werden

    Hospiz(dienste):
  • erhalten höhere Zuschüsse (Krankenkassen tragen 95% der zuschussfähigen Kosten
  • ambulante Hospizdienste: auch Sachkosten (z.B. auch Fahrten ehrenamtlicher Mitarbeiter) werden bezuschusst
  • Krankenhäuser können Hospizdienste mit Sterbebegleitung beauftragen
  • Pflegeheime werden zur Zusammenarbeit mit Hospizdiensten verpflichtet


Verbesserung der Krankenpflege im Anschluss an einen Krankenhausaufenthalt


Bei einer Entlassung aus dem Krankenhaus, vor allem kurz vor dem Wochenende, ist es für den Patienten i.d.R. schwierig, direkt zu seinem Haus- oder Facharzt zu gehen, der die häusliche Krankenpflege verordnet. Aus diesem Grund können Klinikärzte nun nach der Entlassung aus dem Krankenhaus bis zu 5 Tage (anstatt wie bisher nur 3 Tage) häusliche Krankenpflege verordnen.

Ausweitung der Häuslichen Krankenpflege

Bisher zahlten Krankenkassen eine Häusliche Krankenpflege lediglich zur Vermeidung oder Verkürzung eines Krankenhausaufenthaltes. Künftig besteht generell ein Anspruch bei schwerer Krankheit (z.B. komplizierte Brüche, schwere Infektionen, akute Verschlechterung einer bestehenden Krankheit), was vor allem für Menschen mit chronischen Erkrankungen, nach Chemotherapien oder ambulanten Operationen / Behandlungen interessant ist.
Grundpflege und Hauswirtschaftliche Versorgung werden nun auch unabhängig von einer Behandlungspflege von den Krankenkassen gezahlt, d.h. alle Versicherten haben in diesem Fall Anspruch auf eine Haushaltshilfe:

  • bis maximal 4 Wochen im Jahr
  • leben Kinder unter 12 Jahren oder Kinder, die dauerhaft auf Hilfe angwiesen sind im Haushalt, erhöt sich der Anspruch auf 26 Wochen
  • entscheidet der MDK über einen weiteren Bedarf, sind die Kassen verpflichtet, auch länger zu zahlen

Bessere Weiterversorgung nach Krankenhausaufenthalt -
Übergangspflege: Patienten, die nach einem Krankenhausaufenthalt oder einer ambulanten Behandlung vorübergehend weiter versorgt werden müssen, können eine Kurzzeitpflege als neue Leistung der Krankenkassen in Anspruch nehmen. Außerdem werden die Ansprüche auf häusliche Krankenpflege und Haushaltshilfe erweitert. Damit werden Versorgungslücken vor allem für solche Patienten geschlossen, die keinen Anspruch auf Leistungen der Sozialen Pflegeversicherung haben. Damit wird die häusliche Krankenpflege ausgeweitet.
Quelle: Gesetz zur Reform der Strukturen der Krankenhausversorgung

 

 

Zusätzliche Mittel für Pflegekräfte


Krankenhausreform
Zusätzliche Mittel für Pflegekräfte in Krankenhäusern
Zur Stärkung der Pflege am Bett wird ein Pflegestellen-Förderprogramm eingerichtet. Ab 2016 belaufen sich die Fördermittel auf insgesamt bis zu 660 Millionen Euro.
Der Versorgungszuschlag von 500 Millionen Euro wird ab 2017 durch einen Pflegezuschlag ersetzt. Damit erhalten Krankenhäuser einen Anreiz, eine angemessene Pflegeausstattung vorzuhalten.
Eine bereits eingerichtete Expertenkommission soll u.a. einen Vorschlag erarbeiten, wie kontrolliert werden kann, dass die Mittel des Pflegestellen-Förderprogramms, ab 2019 auch tatsächlich zur Finanzierung von Pflegepersonal verwendet werden.

Zusätzliche Betreuungs- und Entlastungsleistungen: Änderungen ab 2017


Zusätzliche Betreuungs- und Entlastungsleistungen 125,- EURO/Monat einheitlich für alle Pflegebedürftigen mit Pflegegrad 1-5 werden ab 1.1.2017 "Entlastungsbetrag" oder "Entlastungsleistungen" genannt. Nicht verwendete Entlastungsleistungen können mit in das nächste Kalenderhalbjahr „genommen“ werden.

Ansprüche aus den Jahren 2015 + 2016:

Der Gesetzgebergewährt nicht genutzte Ansprüche auf Betreuungs- und Entlastungsleistungen aus 2015 und 2016 noch bis zum 31.12.2018 als "angesparte" Mittel, egal, warum diese Mittel bisher nicht verwendet wurden. Dies ist im PSG III verankert .
Verwendung: Finanzierung von Kosten der Tagespflege, Kurzzeitpflege, Niedrigschwellige Angebote (= Angebote zur Unterstützung im Alltag)

Die nicht genutzten Mittel können auch eingesetzt werden, um nachträglich Kostenerstattung für die Zeit vom 01.01.2015 bis 31.12.2016 zu erhalten. Entsprechende nachträgliche Anträge müssten dann bis zum 31.12.2018 gestellt und mit Quittungen etc. belegt werden.

Pflegequalität: Deutsche sind verunsichert


Aus einer am 18.04.2016 vom ZQP (Zentrum für Qualität in der Pflege) veröffentlichten Studie geht hervor, dass sich nur wenige Bürger auf offizielle Qualitätsbewertungen verlassen möchten...zur Studie und weiteren Pressemeldungen

Gesetz zur Neuausrichtung der Pflegeversicherung

 

Eine am 1. Januar 2014 wirksam gewordene Regelung des Pflege-Neuausrichtungs-Gesetzes vom Oktober 2012 kann Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen bei der Suche nach einer geeigneten Einrichtung helfen: Vollstationäre Pflegeeinrichtungen sind verpflichtet, die Landesverbände der Pflegekassen unmittelbar nach einer Regelprüfung darüber zu informieren, wie die ärztliche, fachärztliche und zahnärztliche Versorgung sowie die Arzneimittelversorgung in den Einrichtungen geregelt sind. Sie sollen insbesondere auf den Abschluss und den Inhalt von Kooperationsverträgen oder die Einbindung der Einrichtung in Ärztenetze sowie den Abschluss von Vereinbarungen mit Apotheken hinweisen. Ob und welche Regelungen ein Pflegeheim hinsichtlich der ärztlichen, fachärztlichen und zahnärztlichen Versorgung sowie der Arzneimittelversorgung getroffen hat, kann ein wichtiges Auswahlkriterium bei der Suche nach einer Pflegeeinrichtung sein. Die Pflegekassen haben daher sicher zu stellen, dass diese Informationen für die Pflegebedürftigen und ihre Angehörigen verständlich, übersichtlich und vergleichbar sowohl im Internet als auch in anderer geeigneter Form kostenfrei zur Verfügung gestellt werden.
Quelle: Bundesministerium für Gesundheit, Neuregelungen im Jahr 2014

 

Kommunikation statt antipsychotischer Mittel


Herz-Kreislauf-Probleme, Benommenheit und damit einhergehend erhöhte Sturzneigung sind Nebenwirkungen antipsychotischer Mittel, die bei Demenzkranken eingesetzt werden, um Symptome wie Unruhe, aber auch Aggressivität zu unterdrücken. Laut einer Studie des Deutschen Cochrane Zentrums (DCZ) kann jedoch bereits eine verbesserte Kommunikation zwischen Pflegenden und Demenzkranken den Einsatz starker antipsychotischer Medikamente verringern.

Das DCZ repräsentiert ein internationales Netzwerk von Wissenschaftlern und Ärzten, deren zentrales Ziel ist, die wissenschaftlichen Grundlagen für Entscheidungen im Gesundheitssystem zu verbessern.

Wir erachten die Veröffentlichung dieser Studie als außerordentlich sinnvoll.
Im Einzelfall muss jedoch der Arzt in Abstimmung mit den betreuenden Personen entscheiden, was für den Patienten hilfreich ist.


Pflege-Bahr

 

Ist der Pflege-Bahr für jedermann sinnvoll?

Die Zusatzversicherung mit staatlicher Förderung steht, auch bei momentan steigenden Zahlen an Vertragsabschlüssen, nach wie vor unter Kritik. Nach Auskunft des Bundes der Versicherten werden hier am Bedarf vorbei billige Produkte verkauft, die die Pflege nicht verbessern.
Lesen Sie mehr dazu...


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